DER AUTOR OHNE SOCIAL MEDIA

 

Kunst braucht Öffentlichkeit, sagte man mir einmal. Als Autor erlebe ich das Internet als einen überlaufenden Markplatz. Insbesondere das Social Media. Einer schreit hier, der andere schreit da. Aufmerksamkeit heißt die Währung der heutigen Zeit. 

Als Selfpublisher ist eine gewisse Netzpräsens eigentlich unumgänglich. Woher sollten die Menschen sonst wissen, dass das eigene Werk existiert? Jeden Tag werden tausende Bücher veröffentlicht. Ich habe mich dennoch vor einigen Monaten dagegen entschieden, dem Online-Rummel weiter zu betreiben.

Kunst braucht Öffentlichkeit, sagte man mir einmal. Doch als Autor erlebe ich das Internet als einen überlaufenden Markplatz. Insbesondere das Social-Media. Einer schreit hier, der andere schreit da. Aufmerksamkeit heißt die Währung der heutigen Zeit. Im Selfpublishing sind all diese Dinge entscheidend.

Für mich jedoch nicht. Mir ist nicht danach, über den Markt zu brüllen. Mehr Freude habe ich dabei, meine eigene Ecke auszubauen. Es ist die Ruhe, die es braucht, um als Textgärtner durch Zeilen und Wortwiesen zu schlendern. Deren Wachstum liegt im Innen, nicht im Außen.

Wir leben in einem schnelllebigen Zeitalter. Manchmal habe ich das Gefühl, die Menschheit entwickelt sich schneller, als sie es begreifen kann. Die Medien und sozialen Netzwerke ziehen uns in einen Strudel der Reizüberflutung.

Ich erinnere mich noch gerne an die Tage, an denen Snake noch das Highlight auf dem Handy war. Als ständige Erreichbarkeit noch nicht die Norm war und das einzige, was viral ging eine Influenza war. Aus diesem Grund habe ich meinen Social-Media-Account gelöscht. Eine Entscheidung, die mir schon länger auf dem Herzen lag und sich mit jedem Tag richtiger angefühlt hat. 

Das Social-Media ist kein Ort für einen introspektiven Schreiberling wie mich. Als Selfpublisher unerlässlich, sagte man mir einmal. Mag sein. Doch in der letzten Zeit fühlte es sich einfach nicht mehr stimmig an. Kunst braucht vor allem Hingabe. Ich schreibe nicht, um zu verkaufen, sondern um zu schreiben – als Teil meiner Persönlichkeit. 

 


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Timo Schartner - Vollzeitträumer und Teilzeitphilosoph.  Ein Phantom zwischen den Zeilen. Jede Geschichte beginnt und endet mit einem einfachen Schritt. 

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